Eine moderne Gesellschaft kann die Wahrheit vertragen.

Wie geht eine Gesellschaft wie die Deutsche, oft als aufgeklärt und informiert bezeichnet, mit Nachrichten um? Offenbar gibt es im Zeichen von Corona zwei Thesen, – bitte nicht zu schnell, zu früh, zu konkret über die Lockerung der Restriktionen reden, denn sonst rennen wieder alle los, und die Katastrophe nimmt ihren Lauf, oder – es werden Perspektiven angeboten, die den Menschen die Rückkehr zur Normalität wieder vorstellbar machen und helfen, Handlungsanweisungen zu verstehen und zu akzeptieren…

Was macht Corona mit uns?

Kontaktsperre, Einschränkung der Bewegungsräume, geschlossenen Geschäfte, erste Meldungen von Unternehmens-Insolvenzen oder Fortführung in Eigenregie. Menschen mit Masken und Handschuhen, Schlangen vor den Geschäften, die geöffnet haben, Abstand haltend und sich vorsichtig anguckend, wegdrehend, wenn man sich begegnet, und mit zunehmend mürrischem Gesichtsausdruck…

Momente der Klarheit werden deutlich.

Lieber Ministerpräsident Armin Laschet – danke dafür, dass Sie jetzt interdisziplinär eine Expertengruppe zusammenrufen, die Klarheit in die jetzige Situation und die Rahmenbedingungen für Entscheidungen bringt.

Lieber Friedrich, wo bist Du?

Dienstag, der 30.3.2020 – ungefähr zehn Tage nach der Verhängung der eingeschränkten Kontaktsperre. Frau Merkel verkündet weiterhin, wir müssen Geduld haben. Aber womit sollen wir bitteschön Geduld haben?…

Die sorglose Wohlstandsmentalität des Denkens und unser „verrücktes“ Treiben in den letzten Jahren – und was plötzlich in unserem kleinen Leben geschieht.

Keine Angst, wir reihen uns nicht ein in die Phalanx der Gesellschaftsphilosophen und Analytiker, die uns jetzt erklären, dass es ab jetzt nicht mehr so sein wird, wie früher – oder vielleicht doch, nur ein bisschen anders. Und die Wiederholung von Szenarien, die man in diesen Tagen so oft liest, dass sie zu sich erfüllenden Prophezeiungen werden, ist auch nicht unser Ding…