Was macht das alles mit uns?

von | Mrz 25, 2021 | Essay

Die Beschlüsse zu den Osterruhetagen sind gefasst, außerparlamentarisch und verstörend in ihrer Willkürlichkeit.

32% aller Deutschen sind mit den Maßnahmen einverstanden – und der Rest? So der öffentlich-rechtliche Rundfunk heute morgen. Es ist schon eine inzwischen perfektionierte mediale Kunst, die Daten und Fakten so zu kommunizieren, dass der gemeine Bürger eine Information erhält, die ihn leicht irreführt. Wenn 32% für etwas sind, dann sind doch mindestens 68% dagegen – oder?

Das heißt, man ist zufrieden mit der Reaktion auf Beschlüsse, wenn die Minderheit ja sagt.

Ich hatte Demokratie bislang so verstanden, dass Mehrheiten ein demokratisch gesinntes Land bestimmen.

Die Trägheit unserer Gesellschaft ist inzwischen soweit gediehen, dass sie nicht mehr bemerkt, was da gerade mit uns geschieht. Die synchronisierte Verängstigung aller, durch Kurven, Zahlen, die zunehmen, durch Erinnerungsmomente an Bergamo, Mutationen, ob britisch, brasilianisch oder sonst woher, Hauptsache es wird abgelenkt von den offensichtlichen Schwierigkeiten des Regierungsmanagements.

Neulich sagte jemand, am besten wir geben die Beschaffung der Impfstoffe in die Hände von Amazon und beauftragen einen britischen Logistiker der Royal Navy, die versorgen nämlich die Flotte weltweit, dann wäre die Versorgung und Impfung in ein paar Tagen durch. Vielleicht übertrieben, aber ein Stückchen Wahrheit steckt schon darin.

Wir sind inzwischen so eine Art Life Style Sozialisten und Grüne geworden, wir retten die Welt, die Umwelt, das Klima, wir sorgen uns um alles, was nicht niet- und nagelfest ist, und merken nicht, dass wir den Ast des Wohlstandes auf dem wir noch so bequem sitzen, selber absägen.

Die Hauptsorgenträger der Gesundheit laufen durch die Medien und vertrösten die Bürger mit Informationen, die nicht mehr zu verstehen sind.

Es gibt ein Bild von Herrn Markus Söder, mit brennender Kerze und einem Blick, der direkt aus den dunklen Klostergängen aus „der Name der Rose“ zu stammen scheint, mit der Bemerkung, jeder einzelne Tote ist zu viel. Ja ist er, aber warum nicht diese Sorgen auch bei Herz-Kreislauf-Beschwerden, bei Schlaganfällen, bei Verkehrstoten, bei Krebstoten aller Art? Es ist diese Bigotterie, die allen zunehmend auf die Nerven geht, es drängt sich der Eindruck auf, als ob die Pandemie geschickt genutzt wird, um „Macht zu spielen“.

Da nimmt man dann gerne Showtime gerecht ein paar Nachtsitzungen in Kauf – das hat dann was von den Ritualen der Stammesfürsten an sich, wenn diese im Kral bei Nebel und schalem Mondlicht ihre fatalen Beschlüsse über Krieg und Frieden, Leben und Tot getroffen haben.

Mein Freund von „rheingold-salon“ spricht in diesem Zusammenhang von der Kraft der Märchen. Märchen erzählen die Wahrheit in einer Welt, die nicht von dieser ist, und dringen so in die Herzen und in das Bewusstsein der Menschen. Das Prinzip der Märchenerzählweise nutzen unsere Politiker, um uns permanent einzubläuen, dass wir nicht mehr in die Wälder und Felder gehen sollten, da wir dort eventuell bösen Kräften begegnen. Die Menschen fangen an, den Unsinn zu glauben.

Ich komme mir vor, wie die Tiere im Zoo. Morgens bekommen wir Futter, abends dann nochmal, wenn Gefahr droht, dann erhöhen wir die Zäune, – solange bis wir wirklich unfähig sind, uns gegen Gefahren zu wehren.

Wir wiederholen bitte nochmals, was wir mit unserem Wohlstand anfangen sollten, – die besten Kliniken bauen und ausstatten mit den besten Ärzten und Pflegepersonal, – wir sollten die Pflegenden finanziell so ausstatten, dass es ein cooler Life Style ist, sich um andere hilfsbedürftige Menschen zu kümmern, die vorsorgenden pharmazeutischen Forschungen zu unterstützen, ohne permanent in eine moralisierende Diskussion zu verfallen, ob es dem Gutmensch ansteht, so in die Natur einzugreifen.

Der Life Style Grüne fährt Fahrrad, ist schlecht gekleidet und liebt Diskussionen der Diskussion willen, wie früher bei der AStA – pubertierendes, politisches Geschwätz. Mit der Aufregungshysterie einer noch nie im wirklichen Leben stehenden Parteivorsitzenden, begleitet von einem philosophisch-nachdenklich daherkommenden Ko-Vorsitzenden. Nach der Corona Keule droht die grüne Keule.

Was macht das mit uns?
Jedenfalls nimmt es die Freude am Leben, nimmt es die Freude an der Weiterentwicklung für ein Leben, das in der Kontinuität der frühen Nachkriegsjahre bestimmt ist, Aufbau, Kreativität, Lust am Machen, Wettbewerb, sich messen, nachdenken und weiterentwickeln, und eben nicht dogmatisch in eine Gebots- und Verbotsmentalität hineinstolpern.

Der ehemals bunte und aufregend lebendige Paradiesvogel einer fröhlichen deutschen Gesellschaft – ich denke an das Sommermärchen 2006 – wird durch die Dogmen der Life Style Sozialisten im grünen Gewande systematisch zu einer Versammlung grauer Suppenhühner degeneriert, – alle sehen gleich schlecht aus, keiner hat mehr Bock auf irgendetwas, fremdgesteuert – die Pink Floyd Armee aus The Wall, lässt grüßen, im Gleichschritt ins Verderben.

Wo sind die großen Taten der digitalen Disruption, wo sind die intelligenten Wege aus einer Stagnation des Denkens, wo sind die Dichter und Denker? Und dabei gibt es sie – die Macher, meistens auf der Seite der Family-Owned Companies, die langfristig und werteorientiert denken. Sie kämpfen einen mühsamen Kampf gegen die immer gieriger werdende Staatsgewalt, sie kämpfen gegen die Stigmatisierung des unternehmerischen Elans, der in seinen Früchten einfach wegbesteuert werden soll, – Stichwort Reichensteuer – sie kämpfen gegen die verdeckten Attacken der Steuerbehörden – Stichwort Personengesellschaften sollen den Kapitalgesellschaften steuerlich gleichgestellt werden.

Man macht so lange, bis viele nicht mehr wollen, von können ganz zu schweigen. Aber wir hoffen, dass wir dann von Fahrrad fahrenden, nur das arbeiten wollenden, was sie irgendwie auf die Reihe kriegen, und nicht das, was uns alle weiterbringt, leben können.

Irgendwie werde ich das Bild nicht los, dass wir in Deutschland zu einem niedlichen Kleingärtnerverein werden, wir, die Gartenzwerge, winken fröhlich aus dem österlichen Tulpenbeet den nostalgiebesessenen Asiaten zu, die uns neugierig besuchen und beschauen.

Da sind wir wieder beim Zoo Bild.

Ihr lieben von uns gewählten Politiker, vermittelt uns doch ein bisschen mehr Elan an der richtigen Stelle, ein bisschen mehr Phantasie, ein bisschen mehr Lebensfreude, ein griesgrämiges Volk besiegt das Virus erst recht nicht.

Und berücksichtigt doch ein bisschen mehr wieder die Mehrheit im Lande. Diejenigen, die eben nicht mit euren Maßnahmen einverstanden sind.

Dann machen wir auch wieder mit.

Frohe Osterruhe.