„Wir müssen uns retten vor denen, die uns retten wollen.“

von | Dez 1, 2020 | Essay

Die deutsche Politik will die Gesellschaft mit ihren guten Taten beatmen, sie will allen gutes tun, damit wir alle gesund bleiben, damit wir wir alle etwas zu essen zu haben, damit wir alle sicher zuhause bleiben sollen, damit wir uns keinen unnötigen Gefahren aussetzen, damit wir nicht in vermeintlich

verseuchte Gebiete reisen.

Die Begründung – damit unser Gesundheitssystem nicht über seine Grenzen kommt. Früher hat man die Kranken isoliert, heute macht die Politik etwas anderes – sie sperrt die Gesunden ein.

Ich verstehe nichts von der Zahlenlogik des Robert Koch Institutes, weiß nur, dass wir von morgens bis abends in den Fernseh- und Radiosendungen nichts anderes zu hören bekommen, dass die Infektionszahlen steigen, einmal exponentiell, dann wieder langsamer, jedenfalls ist die absolute Höhe so hoch, dass das im Wohlstand gehätschelte Volk permanent mit Angst versorgt wird.

Ich wundere mich – wieso bleiben wir so ruhig?

Der grüne Sozialismus-Extrem-Bazillus hat uns in den letzten Jahren immun gemacht gegen die Neigung, selber zu entscheiden, ob etwas gut oder schlecht für uns ist. Wir vertrauen dem Staat bis zum letzten Hemd.

Wir vertrauen ihm, dass er uns finanziell hilft, Wir vertrauen ihm, dass er uns immer ein Dach über dem Kopf garantiert, und dass wir immer eine warme Mahlzeit bekommen. Wir vertrauen ihm, dass er uns hilft, unsere Kinder groß zu ziehen.

Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen.

Diese Wohlstandsblase ist nur möglich geworden, durch den wirtschaftlichen Erfolg der Nachkriegsgenerationen. Er hat breite Teile der Gesellschaft blind gemacht vor den Tatsachen, dass vor der Entlohnung das Prinzip Leistung steht.

Wir gehen zum Amt, die Wege lassen sich ja schnell finden, und „da werden wir geholfen“. Wir in Deutschland fallen von einem Extrem ins andere – vom Liebhaber exzessiven Konsums und seiner Fetische, zum weichgewaschenen DDR-Bürger, der wie ein Dackel auf die Blutwurst seines Herrchens guckt.

Wenn es jemandem zu gut geht, geht er aufs Eis, wird übermütig, oder er verblödet, weil der Anreiz fehlt, sich durchsetzen zu müssen.

Wir entwicklen uns in Deutschland zu einem Zoo, in dem der Wärter jeden Tag zweimal kommt, um das Futter zu bringen und wenn Gefahren drohen, dann wird der Zaun erhöht. Schrecklich wird es, wenn die Zoo verwöhnten Tiere in die freie Wildbahn entlassen werden (müssen). Sie werden Opfer durchtrainierter Räuber.

Wir werden Opfer unseres Wohlstandsstaates. Wir werden Opfer rettungswütiger Politiker, die nur auf diesen Augenblick der Geschichte gewartet haben, um die Macht, demokratisch übertragen, auszubauen. System-immanentes Verhalten. Was will man von einem Politiker auch anderes erwarten.

Ich glaube nicht an die Macht der Entscheidungsunfähigkeit der Gesellschaft. Man muss davon ausgehen, dass es unter der Oberfläche brodelt. Es ist eine Frage der Zeit, wann der Vulkan der Meinungsbildung ausbricht.

Die Frage, wie kann der Ausbruch so kanalisiert werden, dass er konstruktiv wirkt – oder muss erst eine Katastrophe geschehen, bis wir alle wieder vernünftig werden?

Auf jeden Fall sollten wir die sich vordergründig so menschlich anhörende Sozialromantik der Gleichmacherei überhören. Die Rettungsversuche der Politiker sind genauso schädlich, wie die nur auf Gewinn ausgerichteten Konzepte der Haie des Kapitalismus. Die beiden Fratzen der Entwicklung sind verstörend und leiten uns jeweils in eine falsche Richtung.

Es gilt das alte Prinzip der wirklichen Wirksamkeit.

Es gilt nicht, wer hat recht und wer hat nicht recht. es gilt nur, was ist der wirksamste Weg, der allen Kriterien zum Erfolg recht gibt.

Es gibt eine alte englische Weisheit über die ‘hidden moral of doings‘

„Eine Maus geht auf dem Bauernhof spazieren.
Alles ist feinsäuberlich geputzt und aufgeräumt.
Die Katze sieht die Maus und verfolgt sie.
Die Maus flitzt in den Kuhstall, bittet die Kuh Berta um Hilfe.
Berta macht eine großen Fladen über die Maus.

Die Katze kommt in den Kuhstall.
Guckt sich um.
Sie sieht den frischen Fladen und das kleine Mäuseschwänzchen guckt heraus.
Sie zieht die Maus aus dem Fladen und frisst das Mäuschen auf.

Die Geschichte hat drei moralische Konsequenzen.
Nicht jeder, der dich bescheißt, meint es schlecht mit dir, nicht jeder, der dich aus der Scheiße holt, meint es gut mit dir und wenn du schon in der Scheiße sitzt, dann lass bitte nicht den Larry heraushängen“

In diesem Sinne.
Nice Corona times.